Ich glaube, man kann 'die Camper' aber nicht alle über einen Kamm scheren. Es sind ja die, die sich benehmen (die meisten) nicht verantwortlich für die, die sich nicht benehmen.
Klar, viel der schottischen Straßen sind für viel Verkehr - welcher Art auch immer - nicht gemacht. Und das Verkehrsaufkommen ist ja insgesamt (auch ohne Camper) immens gestiegen. Ist mir dieses Jahr (Juli) auf der A82 (konkret ab Fort William nach Süden) extrem aufgefallen. Nicht mal die Camper, vor allem die Unmassen an LKW, die uns entgegendonnerten. Und Reisebusse. Und die Fahrspuren auf der A82 sind ja auch nicht superbreit. Wir waren heilfroh, als wir in Crianlarich abbiegen konnten und es wieder die übliche Verkehrsmenge war.
Andernorts sind wir diesmal auch endlos Fahrzeugen hinterhergekrochen, allerdings nicht Wohnmobilen (die waren in normaler Geschwindigkeit unterwegs) sondern vor allem besagten LKW. Die sind auch nicht in der Lage, an geeigneten Buchten mal kurz an die Seite zu fahren ...
Was das nicht so tolle Verhalten von WoMo's und deren Fahrern angeht, beobachte ich seit Jahren, daß das in überdurchschnittlicher Menge die Mietmobile sind. Da müßte von seiten der (schottischen) Vermietfirmen deutlich mehr Aufklärung/Erziehung betrieben werden.
Und wenn die Locals einerseits den Tourismus möchten, wegen der dringend benötigten Einnahmen, wäre es da nicht clever, wenn besagte Locals mehr Angebote für die Camper machen? Z.B. viel mehr Stellplätze? Also, nicht Campingplätze (viel zu teuer geworden), sondern continental-style WoMo-Stellplätze. Gibt es ja in geringer Anzahl schon. Wäre aber eine gute Verdienstmöglichkeit für Privatpersonen.
Wir sind gerade in Dänemark und da gibt es das überall. Da hat einer noch Land über oder zu viel Wiese und bietet das für umgerechnet 10-20 Euro/Nacht an. Fairer Preis. Häufig ohne Alles, manchmal mit Entsorgung/Wasser/Strom. Manchmal sogar mit Dusche. Ganz unterschiedlich.
Ein Problem in Schottland sind die fehlenden Entsorgungsstellen für Camper. Man muß das echt sehr gut planen (das kann man auch, wenn man Erfahrung hat, aber so ein Mietmobilfahrer, der zum ersten Mal so unterwegs ist, ist sicher schnell überfordert). Und auf Campingplätzen (wenn sie es für Nichtgäste überhaupt erlauben) wollen sie gerne 10 Pfund oder mehr dafür, das ist sehr unverhältnismäßig.
Ich glaube auch nicht, daß der WoMo-/Campertourismus wieder weniger werden wird. Alle anderen Reisearten mit festen Unterkünften sind ja praktisch unbezahlbar geworden. Vor allem auch in Schottland.