Erfahrung August/September 2022

  • pünktlich mit dem Ableben der Queen saßen wir auf der Fähre um den Rückweg am selben Abend anzutreten. Wir waren damit das 5. mal in Schottland mit Motorrädern unterwegs und ich kann nur sagen, es gibt Dinge die den Motorradurlaub dort jetzt echt ungemütlich machen.


    a) Spritversorgung, uns traf das Problem fünf mal. Einmal waren wir fast soweit das ich deswegen meine Frau stehen lassen müsste und zur nächsten Tanke fahren Sprit holen (mein Mopped hat ca. 50-80km mehr Reichweite als ihr). Wir haben irgendwann probiert alle 100km zu Tanken um dem Problem aus dem Weg zu gehen ... nur ganz ehrlich, wenn ich morgens voll getankt losfahre tanke ich nicht nach 75km ... doch ich bedachte nicht das es dann ja 130km Quer durch die Highlands ging ohne Tankstelle. Zum Glück hatte die Tankstelle oben aber Sprit ... an anderen Tagen sah das anders aus - Tanke vergessen und als wir leer waren an der Tanke kein Sprit bekommen, mit Reserve probieren die nächste Tanke zu erreichen ohne zu wissen ob die überhaupt sprit hat. Das hat uns den Spaß durchaus vermiest ...


    b) Hotels und B&B, entweder haben sie Corona nicht überlebt oder sie haben kein bis wenig Personal durch den BRexit. Ergo sie fahren keine Vollauslastung, mal eben Spontan was finden ist gelinde gesagt extremes Glücksspiel (ja ich hatte die Warnung hier ja schon gelesen) ... klar wenn man bereit ist 500 - 1000 EUR pro Nacht auszugeben findet man was. Das heißt wir waren gezwungen 3 - 4 Tage im Voraus zu planen. Das Entspricht überhaupt nicht unserer Vorstellung von Motorradreisen, da lassen wir uns treiben und bleiben da wo wir gerade Bock haben und treibt uns nächsten Tag da hin wo das Wetter gut ist. Dazu kommt das die Preise sich verdoppelt haben bzw. noch teurer stellenweise ... Bei Skye war kein Hotel unter 300 EUR/nacht zu finden (selbst dieser einfache bespoke kyle hotel). Zum Glück fanden wir ein augezeichnetes B&B in Dornie. Die guten Dame fährt aber auch nur halbauslastung wegen Personalmangel. Als wir kamen stand "No Vaccancies" dran obwohl das halbe B&B leer war.


    c) Restaurants, die selbe Problematik. Auch diese gilt es spätestens 2 tage vorher schon zu reservieren. Die Zeiten sind eingeschränkt und zu allem Übel dann noch in Slots getacktet. So kam es das wir zu 19:00 reservieren konnten aber den Hinweis bekamen 20.20 müssen wir fertig sein dann kommen die Nächsten.


    d) Es war voll - ich habe Schottland noch nie so voll erlebt ... noch sie oft in passing places gestanden ... noch nie so viele Engländer in ihrem eigenen Land reisen sehen.


    Um mal auf die Positive Seite zu kommen:


    - Wir haben 2,5 Wochen es geschafft fast nur gutes Wetter zu haben. Ich bin die NC500 von Thurso über Ullapool bis nach Skye in zwei Tagesetappen bei blaustem Himmel und Sonnenschein. Insgesamt hatten wir keinen kompletten Regentag und die meisten Tage sogar komplett trocken. Das ist kein übler schnitt ;)


    - Schottland ist nach wie vor klasse von der Landschaft , wenn gleich fürs Motorradfahren die Straßen von Jahr zu Jahr schlechter Werden (Schlaglöcher, Buckelig etc)


    - Die Anfahrt über Hull mal zu machen war gar nicht schlecht. So viel Ärger ich mit PO Ferries auch hatte, im Hafen und beim Boarding sind sie DFDS Überlegen. Bei DFDS haben wir immer im Hafen stunden rumgestanden mit pech im Regen bis sie mal endlich verladen haben. Meist waren wir Moppedfahrer sehr spät dran. PO Ferries macht Boarding und Verladung sogar schon 4 Stunden vor Abfahrt (da waren wir bei weitem nicht die ersten) ... das ist klasse. Von Hull kann man super durch die North Pennies kreuzen die wir noch nicht kannten und uns super gefallen haben. Hull selber ist aber sehr unspannend und die ersten 50 km vor/nach Hull ebenfalls. Aber gut Newcastle ist jetzt auch nicht so viel besser.


    - Die Schotten sind nach wie vor Nett, wir hatten tolle Gespräche.


    - Wir haben ein anderes Schottland erlebt, die Natur sah komplett anders aus und ja die Heide blühte.


    Neutral:

    - Die Anfahrt durch Holland ist übel geworden .... die haben jetzt 100er Tempolimit im ganzen land ... wir sind schlafend vom Bike fast gefallen.

  • Vielen Dank für deine Vor-Ort-Informationen.

    Das mit den Geschwindigkeitsbegrenzungen in den Niederlanden ist mir 2018 auch schon aufgefallen. Wobei da es noch einige 120er-Abschnitte gab.

    Mit Auto ist man bei der Tankstellengeschichte zum Glück etwas flexibler.

    Das mit den Essens-Slots findet man hier auch immer öfters. Hier sind sie aber mit 1,5 - 2h etwas entspannter.

  • Neutral:

    - Die Anfahrt durch Holland ist übel geworden .... die haben jetzt 100er Tempolimit im ganzen land ... wir sind schlafend vom Bike fast gefallen.


    Was ist denn an 100km/h tagsüber so schlimm? In GB darf man auf Autobahnen (oder Dual) auch nur 112km/h fahren. Und ansonsten nur 96km/h. Wie habt ihr die Zeit im Urlaub dann ohne "Schlafunfälle" überstanden? :D

    Da passiert viel im Kopf 8) Sorry, wenn ich das mal so direkt schreibe :rotwerd

  • Ich sehe da, auch für mich, schon ein Unterschied, und mit Motorrad noch viel mehr, ob ich eine 4spurige Autobahn mit max. 112km/h in Schottland oder eine schnurgerade bis zu 8-12spurige Autobahn mit max. 100km/h in der Niederlande fahre.

    Bei den Landstraßen finde ich den Unterschied noch graßer.

  • Ich sehe da, auch für mich, schon ein Unterschied, und mit Motorrad noch viel mehr, ob ich eine 4spurige Autobahn mit max. 112km/h in Schottland oder eine schnurgerade bis zu 8-12spurige Autobahn mit max. 100km/h in der Niederlande fahre.

    Bei den Landstraßen finde ich den Unterschied noch graßer.

    Meinst Du mit 8-12 Spurig die A2 nach Amsterdam? Die hat fast durchgehend 90 km/h. Und das schon "immer". Zumindest seit dem wir sie für Ijmuidenfahrten nutzen. Kenne es nicht anders. Ansonsten sind es auch in NL meist nur 2-3 Spuren pro Fahrtrichtung.

    Und früher hatte ganz NL nur 110 km/h auf Autobahnen. Oder waren es gar nur 100 km/h? :gruebel2 Zu jeder Tageszeit.


    Aber egal. Man weiß es schon, bevor man die Straße nutzt, dass es dort Geschwindigkeitsbegrenzungen gibt. Ist also nicht plötzlich und vor allem nicht neu ;) Und wenn man dort lang möchte/muss, dann muss man im Vorfeld "Schlafattaken" vorbeugen. :)


    Ich persönlich finde das "gemächliche" Dahincruisen angenehm. Bin ja auf dem Weg in Urlaub und nicht auf der Flucht. 8o Zudem sind (fast) nur die Deutschen so "Geschwindigkeitsgeil" in NL fahren oft selbst die Biker merklich langsamer wie 100 km/h. Ausnahmen bestätigen die Regel 😎

  • nun ja, ich finde auch, auch wenn man es weiß, ist das stundenlange, schnurgerade, langsame Cruisen auf der Autobahn oder Schnellstraße auf dem Motorrad extrem ermüdend. Sogar ich als Sozia bin da regelmäßig in der Gefahr gewesen, wegzunicken und hintenüber zu purzeln. :gruebel2

  • mit dem Auto habe ich da auch weniger Probleme da man sich dort die Strecke beim langsame Cruisen auf langen mit Tempomat, Musik, Gespräche mit dem Mifahrern/-inen usw. verschönern kann

    Beim Motorrad sitzt du halt drauf, hast die eine Hand immer am Gasgriff und wenn du halt nichts zur Abwechslung hast oder dich auf die Strecke konzentrieren musst wird es halt schnell ermüdend.

    Denn die Landschaft in NL gibt nicht wirklich was her.

    In SCO hast du eigentlich außerhalb des Speckgürtels Glasgow-Edinburgh, da bist normalerweise aber keine 2-3h unterwegs, immer optische Reize die der Ermüdung entgegen wirken.

    Das ist für mich halt der Unterschied warum man es nicht vergleichen kann.

  • Danke für die Info´s,


    Das Problem mit Tanken hatte ich noch nie, mit dem Moped jetzt wohl schwieriger.

    Beim Essen musstest du schon früher immer reservieren.

    Zeitslot´s gab es auch schon des öfteren.

    Übernachtungspreise sind schon heftig, hatten das aber auch im Juni.


    Ja das Thema Geschwindigkeit.

    Ich kenne Holland auch nur mit 90 oder 100 km/h

    Mit dem Auto ist es auf den Autobahnen immer einfacher, Autobahn ist mit dem Moped immer langweilig.

    Aber so groß kann das Problem in Holland ja nicht sein, wenn man mal ein bis max. zwei Std. nur 90 fährt, größer ist Holland ja auch nicht.

    Von Emmerich bis zur Fähre sind es ca. 110km., also max. 1 1/2 h.


    Beste Grüße

    Heinz

  • Was ist denn an 100km/h tagsüber so schlimm? In GB darf man auf Autobahnen (oder Dual) auch nur 112km/h fahren. Und ansonsten nur 96km/h. Wie habt ihr die Zeit im Urlaub dann ohne "Schlafunfälle" überstanden? :D

    Das ist doch ein Himmelweiter unterschied ob ich durch kurvige Landschaften Touren oder stundenlang fugen auf der Autobahn zähle. In UK haben wir auch keine Autobahn genutzt (außer mal für 3-5 km). Leider gibt es in NL keine Alternative die Landstraße ist genauso wenig Kurvig und Spannend und damit noch schlimmer.



    Das mit den Geschwindigkeitsbegrenzungen in den Niederlanden ist mir 2018 auch schon aufgefallen. Wobei da es noch einige 120er-Abschnitte gab.

    2019 (gerade in meinem Blog und Aufzeichnungen geschaut) waren es noch viel 120 sogar 130er Abschnitte.



    Beim Essen musstest du schon früher immer reservieren.

    Zeitslot´s gab es auch schon des öfteren.

    Kenne ich gar nicht ... 2010,2013,2016,2019 nicht ... ups stelle gerade fest da ist ne regelmäßigkeit, alle 3 Jahre ;)


    wenn man mal ein bis max. zwei Std. nur 90 fährt, größer ist Holland ja auch nicht.

    Von Gronau/Enschede bis nach Europort sind das 240km ... Reine Fahrzeit (die noch langsameren Strecken kommen noch dazu) knappe 3 Stunden. 3:45 gesamt laut meinen Aufzeichnungen.


    meiner Frau geht das genauso, dieses elendige fugen Zählen ohne das was passiert lullt ein, die 37 Grad Pralle sonne tätigten ihr übriges dabei auf der Hinfahrt. Ja es gibt Motorradfahrer die finden das geil 5 Stunden Autobahn zu fahren ... wir überhaupt nicht.


    Und nein ich wusste es nicht vorher, meine letzte Erfahrung 2019 und da war das noch nicht so. Dazu kommt das die Holländer der meinung sind, wenn jeder 100 Fährt bräuchte man keinen Sicherheitsabstand. Habe mehrfach Leute hinter mir durchgelassen um meine Ruhe zu haben und nicht abgeschossen zu werden.