3 Wochen mit dem Wohnmobil

  • Hallo!

    Relativ kurz entschlossen haben wir eine Fähre nach Newcastle gebucht, 3 Wochen Schottland sollen es werden. Ich war nur einmal für ne Woche in Schottland, die Zeit hab ich hauptsächlich auf Skye verbracht. Jetzt wollen wir uns möglichst viel vom Land ansehen und hoffe dabei auf eure Hilfe, weil die Zeit für intensive Vorbereitungen fehlt.


    Wir kommen am 2.8. in Newcastle an, zurück geht es am 22.8.. Wir sind mit dem Wohnmobil unterwegs. Generell stehen wir lieber frei als auf Campingplätzen, weil wir die Einsamkeit suchen. In Zeiten von Corona ist das vielleicht auch besser so.


    In erster Linie kommen wir wegen der Natur. Am ersten Tag werden wir uns wahrscheinlich Edinburgh anschauen, dann wollen wir aber weiter. Vor allem lieben wir Klippen, wir freuen uns aber auch auf die Highlands. In erster Linie wollen wir wandern. An Klippen, Flüssen und Seen entlang. Am liebsten Rundwanderungen, weil wir abends zurück am Wohnmobil sein möchten. Wir haben auch unsere Fahrräder dabei und hoffen auch auf Tipps für schöne Rundtouren, die nicht zu anstrengend (= steil) sind, weil wir noch recht untrainiert sind ;)

    Bücher hab ich jetzt unzählige bestellt, nur keine Zeit mehr um sie zu lesen :D


    Jedenfalls wäre unser Plan, in Edinburgh eine Runde gegen den Uhrzeigersinn zu starten. Die Küste scheint uns erst im Norden interessant zu werden, weshalb wir die Ostküste zwischen Edinburgh und Inverness ausgelassen hätten. Aber gibt es vielleicht doch Sehenswertes? Oder gibt es eher im Landesinneren schöne Ecken, die wir uns ansehen sollten? Dann wollte ich schon immer auf die Orkney Inseln. Geht das mit dem Wohnmobil problemlos? Und wie sieht es mit den Shetland Inseln aus?


    Und dann bin ich echt überfragt. 3 Wochen ist ne Menge Zeit, aber wir wollen eben auch viel wandern und wos geht auch Fahrrad fahren und nicht nur im Auto sitzen. Reicht die Zeit für die äußeren Hebriden oder sollten wir uns auf die inneren Hebriden beschränken? Wie viel Zeit sollten wir wo einplanen? Wo sind eher weniger Touristen? Wo ist die Landschaft beeindruckender?


    Ich hoffe, ihr habt ungefähr ein Bild von dem, was wir suchen. Kurz zusammegefasst: Schöne Natur (am liebsten "felsig" - also Klippen, Schluchten mit Flüssen oder Seen etc.), Einsamkeit, zwischenrein auch mal ein schöner Ort um am Abend durchzuschlendern und vielleicht mal Essen zu gehen. Ggf. auch mal die eine oder andere Burg bzw. Schloss oder ein schöner Garten, wenn wir mal nen ruhigen Tag einlegen wollen. Richtige Must Sees gibts für mich nicht (ok, mein Freund schreit bei jedem Bild, dass er da hin will...^^)

    Wir sind echt offen für eure Empfehlungen.

    Vielen, vielen Dank im Voraus für eure Hilfe!

    Liebe Grüße :)

  • Das Thema Campervan und frei stehen wird in Facebook Gruppen immer wieder rauf und runter diskutiert.

    Hier zwei Links, aus denen ziemlich klar wird, dass es wohl nicht erlaubt ist.

    Campervan Teil 1

    Campervan Teil 2

    Zudem scheint dieses Nächtigen auf Parkplätzen und dergleichen dieses Jahr wohl überhand zu nehmen.

  • Drei Wochen klingt schick (auch wenn ich mir immer 4 gönne).


    Wir haben 2010 folgende WoMo-Tour gemacht

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    Campingplätze (CP) haben wir nur zum Duschen angefahren 😉 Gebucht hatten wir vorher nur Sango Sands, weil wir direkt an der Klippe stehen wollten. Dort waren wir auch 2 Nächte, weil Cape Wrath eine Tagestour (lila) ist. Das waren insgesamt 14 Tage ohne Wandern. Ausnahme war der Stac Pollaidh an dessen Fuß wir genächtigt und ihn dann morgens früh bestiegen haben. Sehr lohnenswert!

    Bei drei Wochen würde ich auf Orkneys oder gar Shetlandinseln verzichten. Wird sonst stressig.

    Vielleicht noch einen Tag über Skye fahren und dann über Malaig und Glenfinnan nach Mull.


    Edinburgh hatten wir vorher besucht und dann in Glasgow das schottische (Rechtssteuer) WoMo gemietet und unseren Sharan dort (Glasgow) geparkt.

    „Ich brauche keine Therapie — Ich muss einfach nur zurück nach Schottland“ :pin

  • Ich denke mal, 2010 war das noch entspannter. Die letzten 2 x in Schottland kam mir das schon übervoll mit freistehenden WoMos vor. Immer wenn man ein Sonnenuntergangsfoto machen wollte, guckte da irgendwo ein weißes Dach raus.

    Viele Parkplätze hatten auch schon "No Overnight Stay" Schilder und Höhenbegrenzungen für die Einfahrt.

    Wenn man einen privaten Platz erwischt, sollte man die Beitzer fragen, ob man dort über Nacht stehen kann. Ist aber manchmal etwas undurchsichtig, ob das öffentliches Gebiet oder privates Gelände ist.

  • Hier im hohen Norden gibt es immernoch genug Gegend, aber in touristischeren Ecken mag Siaban Recht haben. Ich würde es aber wagen...

    „Ich brauche keine Therapie — Ich muss einfach nur zurück nach Schottland“ :pin

  • Danke für eure Posts. Ich wollte jetzt keine Diskussion über das freie Übernachten anstoßen, sondern echt vor allem Tipps zur Route und zur Zeiteinteilung haben :D
    Obs mit dem freien Übernachten dann gut klappt oder schlecht, werden wir vor Ort sehen müssen. Campingplätze vorbuchen werde ich jedenfalls nicht ;)

  • Die Parkplätze, die ich in den letzten paar Jahren im Nordwesten sah (also entlang eines Teils der NC500 oder zumindest in der Gegend) waren morgens früh und auch abends mit Wohnmobilen bestückt. Letztes Jahr im November sahen wir eine regelrechte Wohnmobil-Siedlung am Ardvreck Castle. :thumbdown:

  • sind mal am Stoer Lighthouse Nachmittags angekommen und da waren einige Wohnmobile gestanden. Dazwischen noch einige freie Parkplätze. Als wir dort einparken wollten, wurden wir von Personen der anwesenden Wohnmobilen daran gehindert mit dem Hinweis, das da noch andere Wohnmobile kommen würden. :rolleyes:

  • Ich denke, Schottland wird im August ziemlich voll. In die 'Einsamkeit' wollen ja gerade alle... (Vor allem die Schotten selber, die ja zur Zeit nur ein sehr kleines Urlaubszeitfenster haben, weil der einheitliche Schulstart auf den 11. August gelegt wurde.) Die links von Borderli bezüglich campen mit dem Wohnmobil sind ziemlich gut, am besten mal durchlesen. Leider gibt es immer mehr Leute, die sich hier daneben benehmen und z.B. große Müllberge zurücklassen. Das erweckt natürlich den Zorn der Einheimischen und führt dazu, daß mehr und mehr geeignete Übernachtungsplätze mit no overnight parking Schildern zugepflastert werden.

    Campingplätze würde ich vorher online checken und/oder anrufen. Viele scheinen z.Z. nur Leute mit Vorbuchung zu nehmen (z.B. der große Platz im Glen Nevis) oder machen dieses Jahr gar nicht erst auf.

    Fähren auf die Hebriden kann man seit einigen Tagen wieder buchen, habe ich gerade gesehen. Wahrscheinlich ist es auch sinnvoll, das zu tun, damit man auch wirklich dann von einer Insel wieder runterkommt, wenn man das will. So weit ich weiß, fährt Calmac einen eingeschränkten Fahrplan und nimmt wegen Abstandsregeln nicht die volle Kapazität an Leuten mit.

    Bevor man auf eine (kleinere) Insel fährt sollte man sich vielleicht auch über die Übernachtungsmöglichkeiten informieren. Die Menge an Campingplätzen (und Entsorgungsstellen) ist nicht super-üppig. Und auf kleineren Inseln sind Wildcamper (Auto) teilweise nicht erlaubt oder nicht gern gesehen.

    Burgen und Schlösser sind weitestgehend zu, also vorab schauen, wie es mit ggf Öffnungszeiten ausssieht. Die Museen in Edinburgh/Glasgow machen vielleicht so langsam im August auf? Alles nicht ganz klar. Mit Gärten könntest Du mehr Glück haben, aber vermutlich nur mit vorab gebuchten timed tickets.

    Edinburgh ist ziemlich leer gerade, der Campingplatz Mortonhall auch. Die machen aber auch dieses Jahr ihre Facilities nicht auf und sind daher nur für WoMo's geeignet. Wie gesagt, Museen und die meisten weiteren Touristenattraktionen sind zu. Was zu essen findet ihr aber :) Und den ein oder anderen Touristen sieht man auch schon wieder, sogar ein paar Open-Top-Stadtrundfahrten sind schon wieder unterwegs.

  • HerrMann, ich verbringe meine Zeit in Schottland seit vielen Jahren da oben Nähe Stoer Lighthouse. Und ich muss sagen, dass ich die touristische Entwicklung, insbesondere was Wohnmobile angeht , als sehr negativ empfinde. Klar war das schon immer ein Anziehungspunkt, aber richtig schlimm wurde es meiner Meinung mit dem blue van ( Imbisswagen, der zum Glück jetzt wieder weg ist ) und dem erweiterten Parkplatz. Hat alles etwas an Stimmung verloren. Daher lege ich, wann immer möglich, meine Zeiten in die Nebensaison.

  • arrats, die applecross- Gegend finde ich sehr stimmungsvoll und wirklich spektakulär. Aber ich weiß nicht, inwieweit die Strassen Wohnmobil - tauglich sind.

    Der Applecross Pass ist für WoMos gesperrt (wie übrigens z.B. auch Glen Etive). Man kommt dann nur "oben rum" nach Applecross und muss den Weg auch wieder zurück. Obwohl sich lange nicht alle daran halten.

    Gerade heute gehen auf FB Bilder von einem absolut "übercampten" und vermüllten Applecross steil.

    Ich finde WoMo-Urlaub auch gut. Bin selber schon damit in Schottland gewesen (nur auf Campingplätzen und vor 21 Jahren 8)). Leider haben zu viele "ich bin Gast und darf das"-Camper den Ruf der WoMo-Fahrer die letzten Jahre sehr in den Dreck gezogen. Und es sind eindeutig insgesamt zu viele WoMos auf den Straßen.

    Habe gerade heute auch von Rauchbomben-Angriffe auf Freie Parker gelesen. Wir vermutlich eine extreme Ausnahme sein aber die Saison ist ja gerade mal 2Wochen gestartet.


    Ich will Dir definitiv keine Angst machen aber der Ruf ist wohl ruiniert.

  • Ich denke aber auch, der Kampf gegen die Wohnmobile ist auch nicht richtig. Immerhin hat ja Schottland (oder VisitScotland) ordentlich die Werbetrommel gerührt und sich entschieden diese NorthCoast500 Route bis zum geht nicht mehr zu vermarkten. Dann aber nicht die Infrastruktur für den Tourismus zu schaffen, ist schon arg kurzsichtig. Andere Länder schaffen es auch, in jedem Kaff einen offiziellen Wohmobilstellplatz einzurichten und Entsorgungsstationen bereitzustellen. Und anderswo werden die ja auch gerne benutzt und die Leute zahlen auch ein paar Öcken für den Service. Oder es wird halt mehr informelles Farmcamping angeboten, das geht in anderen Ländern ja auch.

    Ich denke für die Mengen, die unterwegs sind, reicht die Menge der Campingplätze halt vorn und hinten nicht (und teilweise herrschen da auch dubiose Vorstellungen zwischen den fantastischen Preisvorstellungen, die manche Campingplatzbetreiber haben und dem, was sie dafür tatsächlich bieten). Gleiches Problem mit den öffentlichen Toiletten. Kaum kommen mehr Touristen, entscheiden sich die Councils, ihre Klos zuzumachen (das war ja auch schon vor Corona). Und wundern sich dann, wenn die Leute halt irgendwo hingehen.

    Man will halt vom Tourismus profitieren, aber nix dafür leisten.

  • Ja, vermutlich ist das Marketing nicht mit den Menschen vor Ort abgesprochen. Und so lange die Camper "wild campen" bringen sie den Einwohnern keinen Mehrwert, sondern "stören" nur. Und die Menge macht das Problem. Ist halt ein Lebensraum und keine Freizeitpark.

    Bzgl. der Toiletten habe ich einen anderen Verdacht, der aber leider auch etwas mit den WoMos zu tun hat. 2017 habe ich persönlich zum ersten mal einen Hinweis in einem abgelegene Häuschen gelesen, der mich doch nachdenklich gemacht hat : Don't dispose your wastewater. Und daneben ein (durchgeXtes) Symbol mit einem Menschen, der das Chemiklo in die Toilette entleert. Und davon habe ich in den letzten 2 Jahren immer mehr gesichtet.

    Ich denke mal das abgelegen Toiletten nicht am Abwassernetz hängen und "irgendwie" in die Natur entsorgt werden. Da darf keine Chemie rein. Und wenn dies zu oft passiert, dann kippt das System. Vermutlich ist dies ein Grund, die WCs zu schließen.


    Ich will hier keine Camper angreifen, da ich persönlich davon ausgehe, dass sich solch verantwortungslose Urlauber nicht in unseren Reihen tummeln.

  • Nein, die WC's wurden geschlossen, weil die Councils gesagt haben, sie haben kein Geld mehr für den Unterhalt. Das ging hier mal durch die Presse. Seit den Austerity-Programmen im Gefolge der Krise 2008 ist ja nirgends mehr viel Geld da. Und bevor man am Care Sector kürzt, macht man halt lieber die Toiletten zu. Ein bißchen kurz gedacht, finde ich. Man könnte zur Not kostenpflichtige Toiletten anbieten.

    Jetzt auch der Grund, warum z.B. in Edinburgh nur ein Teil der öffentlichen Toiletten wieder aufgemacht wird. Kein Geld mehr da für den Rest...

    Ja, die Chemieklos sollte man defintiv nicht in Toiletten entleeren. Die sind für alles Gift, darum haben die ja ihre ganz eigenen Entsorgungseinrichtungen. Entlegene Toiletten haben eher septic tanks und keine Kanalisation. Die werden dann alle paar Jahre mal abgepumpt. Ziemlich viele Häuser in den Highlands/Islands haben übrigens auch diese septic tanks.

    Es gibt aber einfach zu wenig Entsorgungsstellen, denke ich. Da müßte mal ziemlich schnell was passieren. Verstehe auch nicht, warum sich nicht mehr Highlandbewohner (die auch häufug beklagen, wie wenig Einkommensmöglichkeiten sie haben) aufraffen, mehr Infrastruktur für die Touristen anzubieten. Land ist ja irgendwie genug da. Und mit Stellplätzen und Entsorgungsstellen kann man sicher auch ein Einkommen erzielen. Oder halt Council- betrieben und dann generiert es Einkommen für die Councils. Wäre ja auch nicht schlecht. Die WoMo-Fahrer bringen der Wirtschaft sicherlich eine ganze Menge unabhängig vom Übernachten: Sie kaufen Lebensmittel ein, schauen sich Sachen an, kaufen sonstige Touristensachen (Whisky z.B.), tanken, gehen Essen, gehen ins Café...

    In anderen Ländern hat man das halt erkannt und bietet den WoMo-Touristen ein Minimum an Infrastruktur.

  • ...und da steckt eines der Probleme....- entlang der NC 500 hat man Erhebungen gemacht - es wird wenig Geld dort gelassen, Einkäufe bei den Discountern, wenn überhaupt, aber kaum Essen gehen, Cafe etc.

  • Schade, dass es nur noch ums Thema Wohnmobil/wildcampen geht.

    Kann man das Thema nicht einfach beiseite lassen? Ich hätte wirklich gerne Tipps für die Route - und davon gabs bisher höchstens 1 1/2 :(

    Wo ich übernachte, entscheide ich schließlich eh vor Ort und nicht hier und jetzt.

  • Okay, dann mal eine konkrete Antwort auf eine konkrete Frage von Dir: Ja, Du kannst mit dem WoMo problemlos auf die Orkneyinseln, für Fahrzeuge gibt es zwei Fährrouten. Du kannst nach Orkney Mainland und z.B. nach Hoy, auf einige der nördlichen Inseln eher nur ohne Fahrzeug. Ich würde aber vorher die Fähren wegen Kapazität checken und auch die Campingplätze. Im August wird es ziemlich voll sein und siehe meine obigen Ausführungen zu Corona-Problemen.

    Nach Shetland kannst Du auch, wenn Du Platz auf der Fähre bekommst, die fahren von Aberdeen via Orkney. Mit Fahrzeug ist es nicht ganz billig und schwankt ziemlich (und dauert, geht in der Regel über Nacht). Wenn sie immer noch so fahren wie früher, dann zweimal pro Woche. Kann sich natürlich mit Corona alles geändert haben. Schau mal auf der Northlinkferries Webseite - habe da gerade sehen, daß sie zur Zeit niemanden ohne vorherige Buchung mitnehmen (weder nach Shetland noch nach Orkney)

  • Schade, dass es nur noch ums Thema Wohnmobil/wildcampen geht.

    Kann man das Thema nicht einfach beiseite lassen? Ich hätte wirklich gerne Tipps für die Route - und davon gabs bisher höchstens 1 1/2 :(

    Wo ich übernachte, entscheide ich schließlich eh vor Ort und nicht hier und jetzt.

    Sorry, hast recht :oha

    Bin jetzt ruhig:rotwerd